295 views
# PCBCool als chinesischer Elektronikhersteller: Was hinter der Fertigung in China steckt Wer in Deutschland nach einem chinesischen Elektronikhersteller sucht, findet schnell sehr unterschiedliche Anbieter. Manche fertigen ausschließlich unbestückte Leiterplatten, andere konzentrieren sich auf SMT-Bestückung, wieder andere übernehmen komplette Geräte. Unter dem Begriff „Hersteller in China“ können sich deshalb sehr unterschiedliche Fertigungsmodelle verbergen. PCBCool gehört zur letzten Gruppe: Das Angebot endet nicht bei der Leiterplatte. Hinter der Marke steht die **PS Electronics Co., Ltd. mit Sitz in Shenzhen**. PCBCool ist die digitale Marke des Unternehmens und dient als internationaler Zugang zu dessen Elektronikfertigung. PS Electronics ist seit 2008 in der Elektronikindustrie tätig. Für die Einordnung als chinesischer Hersteller ist dabei ein Punkt besonders relevant: Obwohl PCBCool inzwischen auch Produktionsressourcen in Malaysia und Mexiko nutzt, liegt ein wesentlicher Teil der Fertigungsbasis weiterhin in China. Weitere Informationen zum Unternehmen finden sich auf der [offiziellen Website](https://pcbcool.com/de/). ## China ist bei PCBCool nicht nur der Unternehmenssitz Bei international auftretenden EMS-Unternehmen ist nicht immer sofort ersichtlich, wo tatsächlich gefertigt wird. Im Fall von PCBCool lässt sich die chinesische Produktionsstruktur vergleichsweise klar aufteilen. Zum veröffentlichten Fertigungsnetzwerk gehören mehrere Standorte in China: | Standort | Schwerpunkt | |---|---| | Shenzhen Werk 1 | PCBA-Fertigung mit SMT- und THT-Linien | | Shenzhen Werk 2 | PCB- und PCBA-Produktion | | Sichuan | Fertigung unbestückter Leiterplatten | Für **Shenzhen Werk 1** nennt PCBCool sechs SMT-Linien und vier THT-Linien. Die veröffentlichte Produktionsfläche beträgt 3.500 m². **Shenzhen Werk 2** umfasst PCB- und PCBA-Fertigung auf rund 4.500 m². Der Standort **Sichuan** ist dagegen auf die Herstellung unbestückter Leiterplatten ausgerichtet und wird mit einer Fläche von mehr als 50.000 m² angegeben. Diese Aufteilung sagt mehr über das Unternehmen aus als die pauschale Bezeichnung „PCB-Hersteller aus China“. PCBCool verbindet in China unterschiedliche Fertigungsstufen, die je nach Projekt miteinander kombiniert werden können. ![SMT-Bestückungsautomaten und Reflow-Lötanlagen bei PCBCool](https://pcbcool.com/wp-content/uploads/2026/05/SMT-Placement-Machines-and-Reflow-Soldering-Equipment.jpg.webp) *SMT-Bestückungs- und Reflow-Anlagen aus dem chinesischen Fertigungsnetzwerk von PCBCool. Bildquelle: PCBCool.* ## Shenzhen und Sichuan erfüllen unterschiedliche Aufgaben Die chinesischen Standorte sind nicht einfach Kopien voneinander. Der große Standort in Sichuan konzentriert sich auf die Fertigung unbestückter Leiterplatten. In Shenzhen liegen dagegen PCB- und PCBA-Ressourcen näher beieinander, sodass Leiterplattenfertigung, Komponentenbeschaffung, Bestückung und weitere Produktionsschritte innerhalb eines Projekts miteinander verbunden werden können. Diese Trennung ist aus Fertigungssicht nachvollziehbar. Eine größere Serie unbestückter Multilayer-Leiterplatten stellt andere Anforderungen an Maschinenpark und Kapazitätsplanung als ein NPI-Projekt, bei dem PCB-Fertigung, Komponentenbeschaffung, Bestückung und Funktionstest eng miteinander abgestimmt werden müssen. Deshalb ist bei einem chinesischen Elektronikhersteller nicht allein die Größe einer Fabrik interessant. Wichtiger ist, **welche Aufgabe ein Standort innerhalb des gesamten Produktionsablaufs übernimmt**. ## Was PCBCool in China tatsächlich abdeckt Die chinesische Fertigungsbasis deckt bei PCBCool mehrere Stufen eines Elektronikprojekts ab. Ein möglicher Fertigungsweg lässt sich vereinfacht so darstellen: **PCB-Fertigung → Bauteilbeschaffung → PCB-Bestückung → Prüfung → Produktmontage** Die PCBA-Fertigung umfasst dabei **SMT, THT und Mischbestückung**. Darüber hinaus unterstützt das Unternehmen Projekte vom Prototypen über Kleinserien bis zu größeren Produktionsvolumen. Das unterscheidet die chinesische Fertigungsbasis von einem reinen PCB-Werk. Wenn ein deutscher Kunde ausschließlich unbestückte Leiterplatten benötigt, ist vor allem die PCB-Fertigung relevant. Bei einem Turnkey-PCBA-Projekt kommen dagegen Komponentenbeschaffung, Bestückung, Inspektion, elektrische Prüfung und möglicherweise weitere Montageschritte hinzu. ## Leiterplattenfertigung bleibt ein eigenständiger Teil des Geschäfts PCBCool ist nicht ausschließlich ein Bestückungsdienstleister. Das Unternehmen veröffentlicht Fertigungsmöglichkeiten für verschiedene Leiterplattentechnologien, darunter: - starre Leiterplatten, - flexible Leiterplatten, - Starrflex-Leiterplatten, - Multilayer-PCBs, - HDI, - Fine-Line-Strukturen, - Hochgeschwindigkeitsleiterplatten, - HF-Leiterplatten, - Dickkupfer-Leiterplatten, - Metallkern-Leiterplatten. Für starre Leiterplatten werden Fertigungsmöglichkeiten bis zu **40 Lagen** angegeben. Zum Fertigungsprozess gehören je nach Leiterplattentyp unter anderem Fotolithografie, Ätzen, Bohren, galvanische Prozesse, Laminierung und optische Inspektion. Solche Capability-Werte sind für die Vorauswahl eines Herstellers hilfreich. Sie sollten jedoch nicht mit einer automatischen Machbarkeitsbestätigung verwechselt werden. Bei einer realen Leiterplatte müssen unter anderem folgende Parameter gemeinsam betrachtet werden: - Material - Stack-up - Leiterbahnbreite - Leiterbahnabstand - Bohrdurchmesser - Kupferdicke - kontrollierte Impedanz - Oberflächenfinish - mechanische Anforderungen Ein „bis 40 Lagen“-Wert allein beantwortet beispielsweise noch nicht, ob ein bestimmter 24-Lagen-Aufbau mit speziellen Hochfrequenzmaterialien, Microvias und kontrollierten Impedanzen wirtschaftlich und prozesssicher gefertigt werden kann. ## PCB und PCBA liegen bei einem chinesischen EMS-Modell näher zusammen Für Entwickler kann es einen Unterschied machen, ob Leiterplattenfertigung und Bestückung vollständig getrennt vergeben werden oder innerhalb derselben Fertigungsorganisation liegen. Ein Problem an einer fertigen Baugruppe lässt sich schließlich nicht immer eindeutig einem einzelnen Prozessschritt zuordnen. Eine offene Lötstelle kann beispielsweise durch den SMT-Prozess verursacht werden. Sie kann aber ebenso mit Pad-Geometrie, Leiterplattenverzug, Oberflächenfinish oder der lokalen Wärmeverteilung zusammenhängen. Bei BGA-, QFN- und Fine-Pitch-Baugruppen greifen PCB-Fertigung und PCBA noch stärker ineinander. Relevant sind unter anderem: - Lötstoppmaskendefinition, - Pad-Geometrie, - Via-Struktur, - Pastenschablone, - Bestückungsgenauigkeit, - Reflow-Profil, - Röntgenprüfbarkeit. PCBCool deckt in China sowohl PCB- als auch PCBA-Fertigung ab. ![Detailansicht einer gefertigten PCBA](https://pcbcool.com/wp-content/uploads/2026/05/Detailed-View-of-a-Precision-PCBA-Board.jpg.webp) *Detailansicht einer bestückten Leiterplatte aus dem PCBCool-Fertigungsnetzwerk. Bildquelle: PCBCool.* Das bedeutet nicht automatisch, dass ein integrierter Anbieter für jedes Projekt besser ist. Bei einer einfachen unbestückten Standardleiterplatte spielt diese Integration möglicherweise kaum eine Rolle. Bei einer komplexeren elektronischen Baugruppe kann sie jedoch wichtiger werden, wenn PCB-Design, Bauteile, Bestückung und Prüfung technisch voneinander abhängig sind. ## SMT ist ein wesentlicher Teil der chinesischen Fertigung Ein großer Teil moderner Elektronikfertigung basiert auf SMT. PCBCool veröffentlicht für seine chinesische Fertigungsbasis mehrere SMT-Linien und unterstützt unterschiedliche SMD-Gehäuse sowie Fine-Pitch-Anwendungen. Zu den typischen verarbeiteten Gehäusen gehören unter anderem: - BGA - QFN - QFP - CSP - SOP - weitere SMD-Gehäuse Eine hohe Maschinenkapazität allein ist allerdings noch kein ausreichendes Qualitätsmerkmal. Für ein tatsächliches SMT-Projekt sind ebenso wichtig: - Qualität des Footprints, - Schablonendesign, - Lotpastenkontrolle, - Bauteilverfügbarkeit, - Feuchtigkeitsempfindlichkeit, - Bestückungsgenauigkeit, - Leiterplattenunterstützung, - Reflow-Profil, - thermische Symmetrie, - Inspektionsstrategie. Die Fähigkeit eines EMS-Herstellers lässt sich deshalb nicht nur an der Geschwindigkeit eines Bestückungsautomaten beurteilen. ## THT bleibt bei industriellen Produkten relevant Auch wenn moderne Elektronik überwiegend SMT verwendet, bleibt THT bei vielen Produkten wichtig. Typische Anwendungen sind: - Steckverbinder, - Relais, - Transformatoren, - größere Leistungskomponenten, - mechanisch belastete Anschlüsse, - bestimmte elektromechanische Bauteile. PCBCool veröffentlicht sowohl SMT- als auch THT-Kapazitäten in seinen chinesischen PCBA-Werken. Für industrielle Baugruppen ist diese Kombination relevant, weil eine reale PCBA häufig nicht ausschließlich aus SMD-Komponenten besteht. Ein Steuergerät kann beispielsweise die eigentliche Logik vollständig in SMT ausführen, gleichzeitig aber größere Steckverbinder oder Relais als THT-Bauteile verwenden. In solchen Fällen müssen SMT- und THT-Prozess bereits während der Fertigungsplanung aufeinander abgestimmt werden. ## Bauteilbeschaffung gehört zum Turnkey-Modell Bei einem Full-Turnkey-PCBA-Projekt übernimmt der Fertiger nicht nur die physische Bestückung der Leiterplatte. Auch die Beschaffung der elektronischen Komponenten wird Teil des Projekts. Das ist relevant, weil eine einzige PCBA je nach Komplexität Hunderte unterschiedliche Positionen enthalten kann. Zu einer sauberen Beschaffungsstrategie gehören deshalb nicht nur Preise und Lieferzeiten. Vor Produktionsbeginn sollten beispielsweise folgende Punkte definiert sein: - Herstellerteilenummern - freigegebene Alternativbauteile - kundenseitig beigestellte Komponenten - Beschaffungskanäle für kritische Teile - Regeln für BOM-Änderungen - Chargeninformationen - Rückverfolgbarkeit Gerade bei Halbleitern mit langen Lieferzeiten oder projektspezifischen Freigaben sollte ein alternatives Bauteil nicht ohne technische Bewertung eingesetzt werden. Pinzahl und Gehäuse allein reichen nicht aus. Elektrische Eigenschaften, Temperaturbereich, Firmware-Kompatibilität und Lebenszyklus können ebenso relevant sein. ## Qualitätssicherung findet an mehreren Stellen statt PCBCool veröffentlicht für PCB- und PCBA-Projekte mehrere Prüfverfahren. Dazu gehören unter anderem: - elektrischer PCB-Test, - SPI, - AOI, - Röntgenprüfung, - ICT, - Funktionstest, - Burn-in bzw. Alterungstest. Diese Verfahren erfüllen unterschiedliche Aufgaben. **SPI** kontrolliert die gedruckte Lotpaste bereits vor der Bauteilplatzierung. **AOI** eignet sich für zahlreiche sichtbare Bestückungs- und Lötfehler. Bei BGA-, QFN- oder anderen Gehäusen mit verdeckten Lötstellen kann dagegen eine **Röntgenprüfung** erforderlich sein. ![Röntgenprüfung für elektronische Baugruppen](https://pcbcool.com/wp-content/uploads/2026/04/X-Ray-Inspection-Equipment-for-SMT-PCB-Assembly.jpg.webp) *Röntgenprüfung wird für verdeckte Lötstrukturen eingesetzt, die sich mit einer optischen Inspektion allein nicht vollständig beurteilen lassen. Bildquelle: PCBCool.* ICT und Funktionstest beantworten wiederum andere Fragen. Eine optisch einwandfreie PCBA muss nicht zwangsläufig elektrisch korrekt funktionieren. Umgekehrt bestätigt ein bestandener Funktionstest nicht automatisch die strukturelle Qualität jeder verdeckten Lötstelle. Eine sinnvolle Prüfstrategie besteht deshalb nicht darin, möglichst viele Verfahren einzusetzen. Entscheidend ist: > **Welcher Fehler kann auftreten, welches Verfahren kann ihn erkennen und welcher Nachweis wird anschließend gespeichert?** ## Der chinesische Fertigungsstandort ermöglicht auch Box Build Bei PCBCool endet die Fertigung nicht zwingend mit einer bestückten Leiterplatte. Das Unternehmen bietet auch **Box Build beziehungsweise Systemmontage** an. Dabei können je nach Projekt weitere Komponenten integriert werden: - PCBA - Gehäuse - Kabel - Kabelbäume - Displays - Sensoren - Netzteile - Batterien - Schalter - Motoren - mechanische Unterbaugruppen Nach der Montage kann eine Prüfung auf Systemebene folgen. Das ist wichtig, weil ein Fehler im fertigen Gerät nicht zwangsläufig auf der Leiterplatte entstehen muss. Eine PCBA kann elektrisch korrekt sein, während beispielsweise: - ein Kabel falsch angeschlossen wurde, - ein Stecker nicht vollständig eingerastet ist, - ein Sensor falsch montiert wurde, - eine mechanische Toleranz nicht passt, - eine Baugruppe im Gehäuse falsch positioniert ist. Der Systemtest erfüllt deshalb eine andere Aufgabe als AOI, Röntgenprüfung oder ICT. ## Warum Shenzhen für Elektronikfertigung weiterhin relevant ist PCBCool hat seinen Hauptsitz in Shenzhen. Für die Einordnung als chinesischer Elektronikhersteller ist dieser Standort nicht nur eine Unternehmensadresse. Shenzhen gehört zu den wichtigsten Zentren der chinesischen Elektronikindustrie. PCB-Hersteller, Komponentenlieferanten, EMS-Unternehmen und zahlreiche Zulieferer befinden sich innerhalb derselben industriellen Region. Für einen Elektronikfertiger kann diese Nähe bei Projekten relevant sein, bei denen mehrere Lieferketten gleichzeitig koordiniert werden müssen. Das betrifft beispielsweise: - PCB-Materialien, - elektronische Komponenten, - Steckverbinder, - Kabel, - Gehäuse, - mechanische Teile, - Fertigungsvorrichtungen. Diese industrielle Umgebung ist einer der Gründe, warum viele internationale Hardwareunternehmen weiterhin Fertigung in Südchina nutzen. Für einen deutschen Auftraggeber sollte daraus allerdings nicht automatisch die Schlussfolgerung entstehen, dass jede Beschaffung einfacher oder risikofrei ist. Gerade kritische Komponenten benötigen weiterhin klare Freigaben und Rückverfolgbarkeit. ## Malaysia und Mexiko ergänzen die chinesische Basis PCBCool verfügt inzwischen zusätzlich über PCBA-Ressourcen in **Malaysia und Mexiko**. Diese Standorte erweitern das Fertigungsnetzwerk, ersetzen die chinesische Basis aber nicht vollständig. Die Werke unterscheiden sich in: - Produktionslinien, - lokalen Lieferketten, - Prüfmitteln, - verfügbaren Prozessen, - Kapazitäten. Deshalb sollte ein Kunde nicht davon ausgehen, dass ein in Shenzhen freigegebenes Produkt automatisch ohne weiteren Aufwand an einen anderen Standort übertragen werden kann. Ein Standorttransfer kann beispielsweise eine erneute Bewertung von: - Materialversorgung, - Bestückungsprogrammen, - Reflow-Profil, - Vorrichtungen, - Testprogrammen, - Arbeitsanweisungen, - Qualitätsnachweisen erfordern. Für deutsche Unternehmen, die eine China-plus-One-Strategie verfolgen, ist diese Unterscheidung wichtig. Die entscheidende Frage lautet nicht nur: **„Gibt es einen zweiten Standort?“** Sondern: **„Kann unser konkreter Prozess dort reproduzierbar umgesetzt und qualifiziert werden?“** ## Was „chinesischer Hersteller“ für deutsche Kunden praktisch bedeutet Die Herkunft eines Herstellers allein sagt wenig über seine Eignung für ein bestimmtes Projekt aus. Für einen deutschen Einkäufer oder Entwickler sind konkretere Fragen hilfreicher: - Welches Werk übernimmt das Projekt? - Wo wird die Leiterplatte gefertigt? - Wo erfolgt die Bestückung? - Wer beschafft die Bauteile? - Welche Alternativteile sind erlaubt? - Welche Prüfverfahren werden eingesetzt? - Welche Fertigungsdaten werden gespeichert? - Wie werden Revisionen kontrolliert? - Wie werden technische Änderungen freigegeben? - Welche Anforderungen gelten für Rückverfolgbarkeit? Erst diese Informationen machen aus der allgemeinen Aussage „Elektronikfertigung in China“ einen bewertbaren Produktionsprozess. ## Wann die chinesische Fertigungsbasis besonders interessant wird Das Fertigungsmodell von PCBCool wird vor allem dann relevant, wenn mehrere Produktionsschritte miteinander verbunden sind. Ein typisches Projekt kann beispielsweise so aussehen: **PCB-Fertigung → Bauteilbeschaffung → SMT/THT → Programmierung → Prüfung → Systemmontage** Bei einer einfachen zweilagigen Leiterplatte ohne Bestückung ist diese Integration kaum erforderlich. Anders sieht es beispielsweise bei einem industriellen Steuergerät aus, das benötigt: - eine Multilayer-Leiterplatte, - Fine-Pitch-ICs, - programmierte Mikrocontroller, - THT-Steckverbinder, - Kabel, - Funktionstest, - kundenspezifisches Gehäuse. Dann entstehen zwischen den einzelnen Fertigungsstufen deutlich mehr technische Schnittstellen. In solchen Projekten ist es sinnvoller, einen chinesischen Elektronikhersteller nicht nur nach dem Preis der Leiterplatte oder den Kosten pro Bestückpunkt zu beurteilen. Wichtiger wird die Frage, ob der gesamte freigegebene Fertigungsstand konsistent geführt werden kann. ## PCBCool als chinesischer Hersteller kurz eingeordnet | Frage | Einordnung | |---|---| | **Ist PCBCool ein chinesischer Hersteller?** | Ja. PCBCool ist die digitale Marke von PS Electronics mit Hauptsitz in Shenzhen. | | **Seit wann besteht das Unternehmen?** | PS Electronics wurde 2008 gegründet. | | **Wo befinden sich die wichtigsten chinesischen Werke?** | Shenzhen und Sichuan. | | **Was wird in Sichuan gefertigt?** | Vor allem unbestückte Leiterplatten. | | **Was wird in Shenzhen gefertigt?** | PCB, PCBA sowie SMT- und THT-Baugruppen. | | **Kann PCBCool Komponenten beschaffen?** | Ja, Komponentenbeschaffung gehört zum Turnkey-Modell. | | **Kann PCBCool komplette Geräte montieren?** | Ja, Box Build und Systemmontage werden angeboten. | | **Welche Prüfverfahren stehen zur Verfügung?** | Unter anderem E-Test, SPI, AOI, Röntgenprüfung, ICT und Funktionstest. | | **Gibt es Fertigung außerhalb Chinas?** | Ja, zusätzliche PCBA-Ressourcen bestehen in Malaysia und Mexiko. | ## Häufige Fragen zu PCBCool als chinesischem Elektronikhersteller ### Ist PCBCool ein Hersteller in China oder nur eine Vermittlungsplattform? PCBCool ist die digitale Marke von PS Electronics Co., Ltd. und basiert auf deren PCB-, PCBA- und Elektronikfertigungsressourcen. Das Unternehmen veröffentlicht eigene beziehungsweise zum Fertigungsnetzwerk gehörende Produktionsstandorte in Shenzhen und Sichuan. ### Wo hat PCBCool seinen Hauptsitz? Der Hauptsitz von PS Electronics befindet sich in Shenzhen, China. Das Unternehmen wurde 2008 gegründet. ### Stellt PCBCool Leiterplatten selbst in China her? PCBCool veröffentlicht PCB-Fertigungsressourcen in China, darunter Standorte in Sichuan und Shenzhen. Das Fertigungsspektrum umfasst unterschiedliche starre, flexible und komplexere Leiterplattentechnologien. ### Kann PCBCool PCB und PCBA innerhalb desselben Projekts liefern? Ja. Das chinesische Fertigungsmodell verbindet Leiterplattenfertigung, Komponentenbeschaffung, SMT/THT-Bestückung, Inspektion und weitere Fertigungsschritte. ### Welche Bestückungsverfahren stehen zur Verfügung? PCBCool unterstützt SMT, THT und Mischbestückung. Welche Prozesse für ein konkretes Produkt eingesetzt werden, hängt vom Bauteilmix, PCB-Design, Volumen und den Fertigungsanforderungen ab. ### Produziert PCBCool ausschließlich in China? Nein. Zusätzlich zur chinesischen Fertigungsbasis bestehen PCBA-Ressourcen in Malaysia und Mexiko. PCBCool bleibt jedoch aufgrund seines Unternehmenssitzes, seiner PCB-Fertigung und eines wesentlichen Teils seiner PCBA-Struktur eindeutig als chinesischer Elektronikhersteller einzuordnen. ### Ist PCBCool für deutsche Unternehmen geeignet? PCBCool arbeitet international und bietet PCB-, PCBA- und EMS-Leistungen für Kunden außerhalb Chinas an. Ob das Unternehmen zu einem bestimmten deutschen Projekt passt, sollte jedoch anhand der tatsächlichen Anforderungen bewertet werden: - Technologie, - Stückzahl, - Bauteilversorgung, - Prüfstrategie, - Dokumentationsanforderungen, - gewünschter Produktionsstandort. ## Fazit PCBCool lässt sich trotz seiner zusätzlichen Standorte in Malaysia und Mexiko weiterhin klar als **chinesischer Elektronikhersteller** einordnen. Der Hauptsitz befindet sich in Shenzhen, während die chinesische Fertigungsstruktur PCB-Produktion, PCBA, Komponentenbeschaffung und weiterführende Elektronikmontage umfasst. Ein eigener Schwerpunkt für die Fertigung unbestückter Leiterplatten befindet sich außerdem in Sichuan. Interessant ist dabei weniger das allgemeine Etikett „Made in China“ als die Struktur dahinter. Innerhalb eines Projekts können mehrere Fertigungsstufen miteinander verbunden werden: **PCB → Komponenten → PCBA → Prüfung → Systemmontage** Für deutsche Unternehmen kann dieses Modell vor allem dann relevant sein, wenn nicht nur eine einzelne Leiterplatte, sondern eine komplexere elektronische Baugruppe oder ein weitgehend fertiges Gerät beschafft werden soll. Ob PCBCool für ein konkretes Projekt tatsächlich der richtige Lieferant ist, lässt sich allerdings nicht allein aus Unternehmensgröße, Maschinenzahl oder einer Capability-Tabelle ableiten. Entscheidend bleiben die realen Projektdaten: technische Prüfung, DFM-Rückmeldungen, Musterfertigung, Bauteilbeschaffung, Prüfdokumentation und die Fähigkeit, denselben freigegebenen Prozess anschließend reproduzierbar in Serie zu führen.